Montag, 16. Mai 2016

101.1 Modulkonfigurationsdateien

  • modules.dep          Darstellung der Abhängigkeiten zwischen allen ModulenTrennung der Module durch ":" Gibt es keine Abhängigkeiten, bleibt es hinter dem ":" leer
  • /proc/sys/kernel     Ablage der Konfigurationsdateien des Kernels während des laufenden Betriebs
    • Einsehen der Dateien z.B. mit cat
    • Dateinamen sind zumeist selbsterklärend
    • Änderungen an diesen Dateien gehen bei Neustart verloren, da die hier abgelegten Dateien nicht auf der Festplatte abgelegt werden, sondern den Arbeitsspeicher darstellen
  • /usr/src/                  Quelle der zum Kernel gehörenden Dateien und Verzeichnisse
    • Ein Verzeichnis für jede Kernelversion, die die genaue Versionsnummer enthält (per Softlink auch unter /usr/src/linux zu finden). 
    • Unter Ubuntu wird kein /usr/src/linux Verzeichnis angelegt, sondern es wird ein Verzeichnis parallel zu dem Kernel-Verzeichnis angelegt, wo der Kernelbezeichnung ein "linux-" vorangestellt wird. Dort befinden sich dann die Softlinks
    • Statische Teil des Kernels befindet sich in /boot. Hier sollte sich im Normalfall der Softlink vmlinuz befinden, der auf den tatsächlichen Namen des Kernels verweist (bei Verwendung mehrer Kernel und distributionsabhängige Unterschiede denkbar)
  • /lib/modules            für jeden installierten Kernel ein Unterverzeichnis. 
    • Seit Version 2.4 erst Unterverzeichnis Kernel
    • Dann die Verzeichnisse mit den jeweiligen Kategorien, z.B. 
      • fs       -> Dateisystem
      • net     -> Netzwerkkartenmodule
      • scsi   -> SCSI-Adaptermodule
      • video -> Grafikadaptermodule. 
    • In diesem Verzeichnis befindet sich ebenfalls die modules.dep
    • Moduldateien, die durch den Kompiler in ausführbare Dateien umgewandelt wurden enden auf .ko (Kernel-Objekt, früher nur o für Objekt)
  • /dev                        sowohl physikalische als auch logische Laufwerke werden unter Linux als Gerätedateien unter /dev dargestellt. Nicht Festplattenverzeichnis, sondern Darstellung des Geräts im Kernel (Geräte werden ins Userland exportiert) Gerätedateien sind Prüfungsrelevant!! 
    • Geräte an IDE Bus: Bezeichnung durch /dev/hda - /dev/hdd
      /dev/hda -> Primary Master
      /dev/hdb -> Secondary Master
      /dev/hdc -> Primary Slave
      /dev/hdd -> Secondary Slave
    • Buchstaben a - d beschreiben die Position des Geräts am Controller
    • Aufgrund des Bezeichners können keine Rückschlüsse auf das Gerät getroffen werden (CD-ROM Laufwerk, Festplatte, DVD-Laufwerk)
    • Meisten (E)IDE-Controller verfügen über zwei Kanäle (Primary IDE, Secondary IDE), an die jeweils zwei Geräte (Master, Slave) angeschlossen werden können
    • IDE-RAID Conroller können mehr Geräte verwalten
    • wird z.B. ein CD-ROM Laufwerk als Secondary Master angeschlossen, wird ein Softlink von /dev/cdrom nach /dev/hdc erzeugt
    • Geräte an SCSI Bus: Bezeichnung erfolgt durch /dev/sda - /dev/sdd
    • SATA Festplatten werden wie SCSI-Geräte gehandhabt
    • Achtung!!! Unter bestimmten Derivaten werden auch IDE-Festplatten mit /dev/sdx bezeichnet z.B. unter Ubuntu und RedHat
    • Gerätedateien für Partitionen: wegen dem Aufbau des Master-Boot-Records und der darin enthaltenen Partitionstabellen, kann eine Festplatte max. vier Partitionen enthalten.
    • Unterscheidung zwischen primärer und erweiterten Partition
      • primäre Partition ist direkt ansprechbar, bis zu vier primäre Partitionen sind möglich
      • erweiterte Partition stellt einen Container für weitere logische Partitionen dar, ist aber nicht direkt ansprechbar. Es kann max. eine erweiterte Partition angelegt werden. IDE Gerät -> bis zu 60 logische Partitionen innerhalb möglich. SCSI Gerät -> nur bis zu 12 logische Partitionen
    • Primäre und erweiterte Partitionen werden von 1-4 durchnummeriert
    • Die erste logische Partition bekommt die Ordnungszahl 5, egal wie viele primäre und erweiterte Partitionen angelegt wurden
      /dev/hda1 -> erste primäre Partition auf dem primary Master

      /dev/hda2 -> zweite primäre Partition

      /dev/hda3 -> ...
      /dev/hda5 -> erste logische Partition
      /dev/hda6 -> weitere logische Partition, usw.
    • Nach der Partitionierung sind genau n-1 Partitionen nutzbar, wenn eine erweiterte Partition angelegt wurde
    • Unterscheidung zwischen Laufwerken und Partitionen beachten (/dev/hda, hdb, hdc, hdd => /dev/hda1, hda2, hda3....)
    • Partition der SCSI Laufwerke erfolgt nach dem gleichen Prinzip
    • weitere Laufwerke und ihre Bezeichner:
      • /dev/scdX   SCSI-CD/DVD Laufwerke
      • /dev/drX     SCSI-raw ermöglicht direkten Zugriff auf ein Device (z.B. wichtig bei Brennern, um über das raw-Interface die zu brennenden Daten zu übermitteln)dev/sda3)
      • /dev/sgX      SCSI generic (veraltete) Vorgänger von /dev/srX; früher wurden hierüber die Brennner angesprochen
      • /dev/stX        SCSI tape -> Streamer und Bandlaufwerke
      • /dev/nstX      Ebenfalls SCSI-tape nur das am Ende der Bandoperation nicht zurück gespult wird (n = norewind); nächste Schreiboperation wird eingehängt
        Unterscheidung /dev/stX und /dev/nstX beachten

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